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Der Erfinder

Dieter Ramsauer feierte 2019 seinen 80. Geburtstag. Nach Kriegsende spielte er sehr gerne auf den Schrott­plätzen in Velbert und Umgebung, montierte und demontierte dort gefundene Gegen­stände und entwickelte so schon früh ein Verständnis dafür, wie Dinge funktionieren. Mit gerade 6 Jahren, bastelte er sich das heiß erwünschte Fahrrad selbst zusammen, aus Teilen die er auf den Schrott­plätzen gefunden hatte. Viele Jahre und viele Patente später gründete er 1991 die Dieter Ramsauer Konstruktions­elemente GmbH (DIRAK).

Ein Entschluss, aus dem das Unternehmen DIRAK erwuchs, das heute weltweit tätig ist, rund 600 Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter beschäftigt, ca. 4.500 Katalog­artikel im Bereich Verschluss-, Scharnier- und Verbindungs­technik anbietet und eine Vielzahl weiterer Patente hält.

Ingenieurbüro

Im Laufe seiner beruflichen Laufbahn sammelte Dieter Ramsauer Erfahrungen als Vertriebs­ingenieur und schärfte seinen Blick für die praktischen Bedürfnisse der Kunden. Daraus entstand z.B. 1967 die Entwicklung eines modular aufgebauten Dreh­riegels und 1968 ein modulares Stangen­schloss System.

1973 machte er sich zudem mit einem Ein-Mann-Ingenieurbüro selbstständig, konstruierte unter anderem Bauteile für ein metall­verarbeitendes Unternehmen und entwickelte zahlreiche weitere wegweisende Patente, die dann auf Basis eines Lizenz­vertrages dem Unternehmen überlassen wurden, wo er weiterhin als Vertriebs­ingenieur tätig war. Es folgten dann 1981 der heute in aller Welt kopierte Schwenkhebel­verschluss und 1986 ein neu entwickeltes modulares Stangenschloss System, welches außerhalb der Dichtung im Abkantungs­bereich eines Schalt­schrankes montiert werden konnte, um die gesamte lichte Weite des Schrankes freizuhalten.

DIRAK-SNAP-Technology (DST)

Auf dem Rückflug von den USA nach Deutschland erdacht und auf einer Serviette gezeichnet, ermöglicht die DIRAK-SNAP-Technology (DST) dem Kunden, seine Montage erheblich zu vereinfachen und somit Kosten zu sparen. Diese Erfindung ist noch heute die erklärte Lieblings­erfindung von Dieter Ramsauer und brachte ihm als erstem Nicht-Amerikaner eine Nominierung zum „Engineer of the Year“ in den USA ein.

Auszeichnung

Neben der Nominierung zum „Engineer of the Year“ freut sich Dieter Ramsauer über die Auszeichnung der DIRAK-SNAP-Technology durch die Fachzeitschrift „KEM“. Die Leser der Zeitschrift „KEM“ hatten dies so entschieden – ihnen wurden 10 Entwicklungen vorgestellt aus denen Sie die Ihrer Meinung nach Beste auswählen durften.

Heute immer noch Erfinder

Fragt man Dieter Ramsauer nach seiner Triebfeder, ständig neue Lösungen zu entwickeln und innovative Patente anzumelden, nennt er als Grund seine Unzufriedenheit mit Gegebenheiten und die Verbesserungs­würdigkeit von existierenden Gegenständen. Sein Ehrgeiz ist dann geweckt, eine bessere, praktischere Lösung zu entwickeln, die diese Unzulänglich­keiten behebt. Seine Leidenschaft, auch weiterhin zu tüfteln und neue technische Lösungen zu finden, wird von Schöpfer­kraft und vielfältigen Interessen, seinen auto­didaktischen Fähigkeiten und seiner praktischen Veranlagung und dem, was er den „schweifenden Blick“ nennt, befeuert. (Siehe Abbildung, welche die Weiterentwicklung eines Befestigungselementes für TESLA zeigt.)

Der Mensch – Herkunft

Geboren als drittes Kind des Werkzeug­machers Hermann Ramsauer und seiner Gattin Franziska Ramsauer wuchs er mit seinem Bruder Franz-Hermann (selbst Werkzeug­macher) und seiner Schwester Ellen (Technische Zeichnerin) in Velbert auf. Die Stadt im Bergischen Land ist bekannt für die Herstellung von Schlössern und Beschlägen. Was alle Familien­mitglieder in besonderem Maße auszeichnete, war das handwerkliche Geschick und das Talent, für jedes Problem praktische Lösungen zu finden.

Bereits Dieter Ramsauers Großvater, Heinrich Gilgen, war ein handwerklich sehr geschickter Schlosser. Seine in der Freizeit selbst gefertigten Schmuck- oder Handarbeits­kästchen waren außergewöhnlich. Er fertigte sie für seine sechs Töchter und Freunde an. 1932 gewann er in seiner Heimat­stadt Velbert bei einem ausgeschriebenen Hobby­wettbewerb der ehemaligen Zassenhaus-Brauerei den ersten Preis.

Werkzeugmacher

Praktisches und handwerkliches Geschick wurden Dieter Ramsauer gewissermaßen in die Wiege gelegt. Nach der Volks­schule begann er im Alter von 14 Jahren, seinem Vater und Bruder folgend, eine Lehre als Werkzeug­macher. Anschließend absolvierte er eine technische Ausbildung an der Technisch-wissenschaftlichen Fachlehr­anstalt (Tewifa) am Bodensee.

Kantorei/Musik

Block- und Querflöten­unterricht sowie Gesangs­unterricht und Stimm­ausbildung bei der Gesangs­professorin Maria Friesenhausen sind nur einige der Belege für Dieter Ramsauers anhaltende Liebe zur Musik. Der Kantorei Velbert eng verbunden, half Dieter Ramsauer dem mittlerweile verstorbenen Gründer der Kantorei, Prof. Gisbert Schneider, bereits in jungen Jahren beim Registrieren der Orgel und war mit ihm Zeit seines Lebens befreundet.

Über 35 Jahren wirkte er im Chor mit. Dies befähigte ihn auch, mit Freunden Hausmusik­abende zu veranstalten. Für diese Abende wurde ein Cembalo als contineo Instrument benötigt. Da ihm der Klang der im Handel zu erhaltenden Musik­instrumente nicht zusagte, widmete er sich dem Cembalobau. Seine Cembalie klangen so gut, dass selbst renommierte Musiker diese Instrumente schätzten – mit dem Ergebnis, dass er 1979 aufgefordert wurde, ein 2-manuales Cembalo für die Tonhalle Düsseldorf zu bauen.

Kunstliebhaber

Auch Philosophie und Literatur erweckten früh das Interesse von Dieter Ramsauer, ausgelöst in der Schule durch seinen Lieblings­lehrer Eberhart Ter Nedden. Sein erstes gekauftes Buch hatte den Titel „Weisheit der Welt“ und stellte die antiken griechischen Philosophen und ihre Ideen vor. Auf literarischem Gebiet hatten Gedichte immer eine besondere Bedeutung für ihn. Goethes „Das Göttliche“ und Conrad Ferdinand Meyers „Der römische Brunnen“ beispielsweise, die er nach wie vor rezitieren kann, sind ihm bis heute Inspiration und Leitbild zugleich. Dieter Ramsauers ästhetisches Gespür für das Schöne findet auch Ausdruck in zahlreichen Kunst­werken in seinem Büro.